Über Lessenich und Rißdorf

Am Nordrand der Eifel – quasi hinter dem ersten Hügel, dem Billiger Berg – liegt unser kleines Dorf Lessenich – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ortsteil von Bonn. Von der Autobahn A1 aus kann man zwischen den Ausfahrten Euskirchen-Wißkirchen und Mechernich unseren Kirchturm auf der östlichen Seite erkennen. Wir haben etwa 450 Einwohner und gehören kommunalpolitisch gesehen zur Gemeinde Mechernich im Kreis Euskirchen. Wenn wir mit der Bahn fahren wollen, müssen wir nach Satzvey, und zum Einkaufen nach Euskirchen, Mechernich, Kommern oder Münstereifel – alle ca 8-10 km entfernt. Bei uns gibt es eine Kirche, einen Waldorfkindergarten, einen Dorfgemeinschaftsraum für die Vereine und Familienfeiern und einen Sportplatz. Und es gibt neben dem Musikverein noch weitere Vereine – auf der Lessenich-Seite https://www.lessenich-in-der-eifel.de/  kann man ihre Links finden, sofern sie eine eigene homepage haben.

zur Karte von Lessenich und Umgebung geht’s hier:

https://maps.google.de/maps?q=50.608476,6.719363&ll=50.610587,6.721745&spn=0.027342,0.054846&num=1&t=m&z=14

Wer sich für die

geschichtliche Entwicklung von Lessenich

interessiert, kann hier weiterlesen:

Schon vor den Kelten besiedelten Menschen die Region am Eifelnordrand, zu der auch Lessenich gehört – dies beweisen beispielsweise die Spuren aus der Altsteinzeit bei den Katzensteinen oder ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit, das etwa 450 m nordöstlich unserer Kirche gefunden wurde.

Erst kamen die Kelten (8.-5. Jh. v. Chr.), dann die Römer (um die Zeitenwende) und schließlich die Franken (gegen Ende des 4. Jh. n. Chr.) ins Rheinland. Sie alle hinterließen Beweise ihrer Siedlungstätigkeit auch in Lessenich und Umgebung. So fand man etwa aus keltisch-römischer Zeit Matronensteine und die römische Wasserleitung nahe beim Dorf, dessen Name übrigens auch aus dieser Phase stammen muß. Und wahrscheinlich gibt es mindestens seit der Übergangszeit von römischer zu fränkischer Herrschaft eine ständige Siedlung an dieser Stelle, denn sonst wäre dieser Name mit der Endung ‚-ich‘, die v. a. im Raum Zülpich sehr häufig auftritt, nicht erhalten geblieben. Aus der Frankenzeit gibt es einige Gräberfunde in  unmittelbarer Nähe des Dorfes.

Die ersten Wohnplätze lagen unterhalb der Kirche an der heutigen Stephanusstraße und der Straße Am Bienengarten. Wie die meisten Orte in der Umgebung hatte auch Lessenich eine Burg, d. h. eigentlich sogar zwei: eine sogenannte Motte (= Turmhügel, durch Wassergraben geschützt, meist in der Nähe fränkischer Herrenhöfe), deren Reste in einem Garten am Bienengarten noch bis in die 50er Jahre zu sehen waren, und natürlich die Burg Zievel – geschichtlich untrennbar mit Lessenich und Rißdorf verbunden, heute v.a. bekannt durch den Golfplatz um die Burg herum.

Erstmals erwähnt wurde Lessenich im 11. Jh. (zw. 1047 und 1059) in einem Nekrolog der Abtei St. Maximin zu Trier. Die erste gesicherte Quelle, die Lessenich und Zievel nennt, datiert aus dem Jahr 1169. Hier ist auch die Kirche erwähnt, deren älteste Teile – der Triumphbogen zwischen Schiff und Chor und das Taufbecken – möglicherweise aus dem 8.-10. Jh. stammen. Eindeutige Beweise dafür gibt es jedoch nicht. Im Chor steht die Jahreszahl 1499, das Langhaus wurde im 18. Jh. neu erbaut.

Die ältesten Häuser sind die Häuser Nr. 1 und Nr. 6 in der Wachendorferstraße, sowie das Haus Nr. 2 in der Stephanusstraße. Im letzteren fand anfangs der Schulunterricht statt, weshalb der Hausname (unabhängig vom Namen der Bewohner) heute noch „aan Schölle“ lautet. Seit 1845 wurden die Kinder von Lessenich, Rißdorf, Zievel und vom Röttgerhof (zw. Rißdorf und Weiler) nacheinander in drei verschiedenen Schulgebäuden unterrichtet. Die Schließung der Zwergschule 1967 hatte zur Folge, daß ein großer Teil des kulturellen Lebens verlorenging, da die Lehrer im Dorf gewohnt und immer auch Anteil am Gemeindeleben genommen hatten – wie z. B. Otto Lehmacher, der Gründer des Musikvereins…..

Über Rißdorf

Da wir auch einige aktive Musiker (und auch noch ein paar Inaktive) aus Rißdorf in unseren Reihen haben, ist es höchste Zeit, unser Nachbardorf auch einmal vorzustellen. Lange Zeit wurden Lessenich und Rißdorf immer in einem Atemzug genannt, da Rißdorf zwar eine eigene Kapelle hat, aber dennoch zur Pfarrei Lessenich gehört. Zudem gab es zwischen 1794 und 1969 eine politische Gemeinde Lessenich-Rißdorf, die von den Franzosen ins Leben gerufen und von den Preußen beibehalten wurde. Doch es ist natürlich längst ein eigenständiger Ort – nur eben ein bißchen kleiner. Man kann ihn nicht von der Autobahn aus sehen – dementsprechend ist es dort auch ein wenig ruhiger. Sie haben auch nicht so viele große Löcher (=Tongruben) wie in Lessenich rund ums Dorf mit dem zugehörigen Krach und Dreck. Also: ein nettes kleines Eifeldorf mit ca 120 Einwohnern.

Auch hier gibt es noch ein paar geschichtliche Einzelheiten zu berichten:

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1249, doch es gibt auch hier archäologische Funde aus der Zeit der fränkischen Landnahme (6./7. Jh. n. Chr.) – man weiß allerdings nicht, ob es eine kontinuierliche Besiedelung an dieser Stelle gab. Der Name „Rißdorf“ deutet jedenfalls auf einen fränkischen Ursprung hin (im 15. Jahrh. hieß es noch ‚Ryckesdorp‘ oder ‚Rychesdorp‘ = Dorf des Rico oder Richi (des Reichen)). Im 15. Jh. stand dort übrigens auch schon der „Dreiborner Hof“, ein heute noch existierendes Herrenhaus oberhalb der Kapelle, das einige Male den Besitzer wechselte. U.a. fiel es auch eine Weile an die Herren von Dreiborn – daher wohl der Name. Der „Röttgerhof“ dagegen hat seinen Namen von der Rodung der Fläche, auf der er steht – er wurde ebenfalls schon im 15. Jh. erwähnt. Die Kapelle in Rißdorf ist noch recht jung im Vergleich dazu: erbaut 1936, eingeweiht jedoch erst 1941.

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